18. August 2021

Strategie Update August 2021

Während das Wetter im August zumindest in Deutschland vielerorts nicht an die Rekorde der vergangenen Jahr anknüpfen konnte, durften wir im August an den Börsen durchaus einige Rekorde erleben. Pünktlich zum Monatsende erreichten die US Börsen neue Allzeithochs. In Europa war es bereits Mitte des Monats so weit. Damit ist der August der siebte Monat in Folge mit steigenden Kursen.

Das konjunkturelle Bild hat sich im Vergleich zum Vormonat kaum verändert. Während das Wachstum etwas an Dynamik einbüßte, blieb die Stimmung der Einkaufsmanager sowie Auftragseingänge weitgehend positiv. Die anhaltenden Probleme mit den etablierten Lieferketten  belasteten auch im August die Industrieproduktion und erhöhten die Preise. Andererseits zeigen rückläufige Tendenzen einiger Rohstoffpreise (z.B. der Stahlpreis), dass diese Entwicklung keinesfalls dauerhaften Charakter haben dürfte.

Die Einschätzung der Liquidität-Situation wurde im August stark von dem in diesem Jahr lediglich virtuell abgehaltenen „Jackson Hole Economic Symposium“ beeinflusst. Wie bereits vom Markt erwartet, kündigte der Präsident der US-Notenbank Jerome Powell eine möglicherweise noch in diesem Jahr beginnende Reduktion der Anleihekäufe an. Jedoch wies er auch darauf hin, dass dies nicht zwangsweise steigende Zinsen bedeuten würde. Für die weiteren Entscheidungen werde man umsichtig agieren und den Arbeitsmarkt sowie die Pandemie-Entwicklung im Auge behalten.

Während positive Konjunkturentwicklung und eine nach wie vor günstige Liquiditätsausstattung der Märkte das Marktumfeld in Europa und den USA positiv beeinflusste, gab es in China erneut Eingriffe der Regierung in verschiedene Wirtschaftssektoren. Die davon betroffenen Technologieaktien gaben zum Teil deutlich nach. Gleichzeitig setzte sich die eher rückläufige Dynamik der konjunkturellen Entwicklung fort. Allerdings blieb die Regierung auch hier ihrer bisherigen Linie treu und intervenierte bereits früh durch Maßnahmen, welche das  Umfeld für Investitionen verbessern sollen. Hier zu nennen wären insbesondere die Kreditvergabequoten für kleine und mittelgroße Unternehmen.

Ausblick

An unserer positiven Haltung zu den Aktienmärkten für die mittlere Frist halten wir fest.

Aktuell sprechen viele Fakten dafür, dass sich die positive Stimmung an den Börsen auf einem soliden Fundament abspielt. Auch gehen wir aktuell nicht davon aus, dass die These eines temporären Anstieges der Inflation widerlegt werden sollte. Auch wenn die Inflation sich möglicherweise auf einem höheren Niveau als vor der Krise einpendeln könnte, dürfte sich die Dynamik der Veränderung deutlich reduzieren. Insbesondere wenn Lieferketten wieder friktionsfrei funktionieren und sich das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage normalisiert hat.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Pandemieentwicklung. Hier ist unklar wie sich die zu geringen Impfquoten auf das Infektionsgeschehen und damit die daraus folgenden möglichen erneuten Einschränkungen auf das Wirtschaftsgeschehen auswirken.

In China dürfte sich die Interventionshaltung der Regierung fortsetzen. Mit ihr verfolgt sie das Ziel, die sozialen Ungleichgewichte zu korrigieren. Aufstrebende selbstbewusste und kritische TechnologieMilliardäre sowie Datenkraken stehen somit zunehmend stärker unter Beobachtung. Auf der anderen Seite lässt sich der „Konsumwille“ der weiterwachsenden chinesischen Mittelschicht, sowie die Digitalaffinität der chinesischen Bevölkerung nicht wegregulieren. Die Chance besteht darin, dass ein Modell gefunden wird, welches die Interessen der chinesischen  Regierung einerseits und die der für China ebenfalls wichtigen ausländischen Kapitalgeber andererseits befriedigt. Nachdem nun viele der stark wachsenden und profitablen Technologiefirmen (insbesondere die Mega-Caps) im internationalen Vergleich sehr günstig dastehen, könnten sich daraus mittelfristig attraktive Chancen ergeben. Die Risiken, die eine Investition in einem Land mit einer autoritären Regierung mit sich bringt, müssen jedoch in jedem Fall bei der Berechnung der erforderlichen Risikoprämie berücksichtigt werden.

Strategie

Unsere Portfolien konnten sich aufgrund des oben skizzierten Marktumfelds über alle Risikoklassen positiv entwickeln. Die größten Performancebeiträge auf der Aktienseite kamen in diesem Monat aus den Sektoren Information Technology und Health Care. Mit Ausnahme des  Konsum-Sektors, konnten alle Aktieninvestments einen positiven Beitrag zur Performance leisten. Insbesondere weltweit agierende Luxusgüterkonzerne sowie chinesische Internet-Unternehmen hatten im Monat August sehr mit den Aussagen der chinesischen Regierung zur sozialen
Ungerechtigkeit sowie zur Regulierung von Online-Gaming, zu kämpfen.

Die Asset Allokation auf der Rentenseite stabilisiert weiterhin die Anlagestrategie und hat im Monat August in allen Risikoklassen einen positiven Performancebeitrag leisten können. Das aktuelle Marktumfeld unterstützt weiterhin die Vereinnahmung von höheren laufenden Erträgen in den RisikoAnlageklassen wie Global-Credit, High Yield und CLOs.

Im Monat August wurde keine Veränderung an der Asset Allokation vorgenommen. Alle Risikoklassen sind weiterhin leicht über neutral auf der Aktienseite gewichtet. Die Rentenallokation wurde ebenfalls nicht verändert.